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Fortsetzung der Stendaler Gespräche: Was die Psyche bewegt

Hansestadt Stendal. Die Stendaler Gespräche „Was die Psyche bewegt“ werden am Dienstag, dem 19. November 2019, um 17.00 Uhr fortgesetzt. Angehörige und Freunde psychisch kranker Menschen sowie Besucher mit allgemeinem Interesse sind dazu in die Stadtseeallee 1 eingeladen. Themenschwerpunkt ist diesmal die Erkennung, Behandlung und alltagsbezogene Bewältigung von Depressionen. Der Eintritt ist kostenlos. Aus organisatorischen Gründen wird um Anmeldung im Vorfeld gebeten (E-Mail: n.abrams@salus-lsa.de, Telefon: 03931 49319-41). Weitere Informationen unter www.salus-lsa.de. Die Stendaler Gesprächsreihe „Was die Psyche bewegt“  zielt darauf, Betroffene und deren Angehörige zu unterstützen. Zugleich sollen  Interessenten erreicht werden, die sich über präventive, diagnostische und therapeutische Wege zur seelischen Gesundheit informieren und austauschen wollen.

Kurz informiert: Depression
Nahezu jeder fünfte Mensch in Deutschland erkrankt im Lebensverlauf an einer Depression. „In den zurückliegenden Jahren sind das Ausmaß und die Folgen dieser Erkrankung verstärkt ins öffentliche Bewusstsein gerückt. Depressionen waren zwar schon immer verbreitet. Aber die lange gehegte Verharmlosung weicht zunehmend der Erkenntnis, dass es hier um eine qualvolle, latent lebensbedrohliche Krankheit geht“, erklärt Dr. Michaela Poley,  Ärztliche Direktorin des Salus-Fachklinikums Uchtspringe. So seien viele Suizide und Suizidversuche auf Depressionen zurückzuführen. Die Erkrankung beeinträchtigt nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO das Leben so sehr wie Blindheit oder Querschnittslähmung. „Der statistisch belegte, fast schon dramatische Anstieg depressiver Störungen hängt aus meiner Sicht vor allem mit der erhöhten Aufmerksamkeit und unseren Fortschritten in der Diagnostik zusammen“, meint Frau Dr. Poley. Rechtzeitig erkannt und behandelt, könne eine Depression aber zumeist gut ausheilen.
Anhaltend großen Bedarf sieht die Expertin bei der Aufklärung der Bevölkerung: „Weil unangenehme Erlebnisse, schlechte Stimmung und Leistungsschwankungen zum Lebensalltag  gehören, liegt im Laienverständnis die Verwechslung der Krankheit mit einer normalen Befindlichkeitsstörung nahe. Hinzu kommt, dass ,Depression` oder `Burn out` im Sprachgebrauch mitunter inflationär verwendet und vermischt werden. Und so ist man geneigt abzuwiegeln: Halb so schlimm – haben wir doch alle mal! Zusammenreißen, ausspannen, ein bisschen Urlaub – die Palette gängiger Handlungsempfehlungen ist breit. Sie hilft den tatsächlich Erkrankten, deren Lebensgefühl erstarrt ist, aber nicht weiter. Um Leidenswege abzukürzen, muss noch viel getan werden. Es ist wichtig, zwischen Überlastung oder Lebenskrise und behandlungsbedürftiger psychischer Erkrankung zu differenzieren.