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Fortsetzung der Stendaler Gespräche: Was die Psyche bewegt

Hansestadt Stendal. Die Stendaler Gespräche „Was die Psyche bewegt“ werden am Dienstag, den 16. Oktober 2018, um 17.00 Uhr fortgesetzt. Angehörige und Freunde psychisch kranker Menschen sowie Besucher mit allgemeinem Interesse sind dazu in die Stadtseeallee 1 eingeladen. Themenschwerpunkt ist diesmal die Erkennung, Behandlung und alltägliche Bewältigung von Angststörungen. In das Programm bringen sich erfahrene Experten aus Medizin, Fachtherapie und Pflege des Salus-Fachklinikums Uchtspringe ein. Besucher können auch eigene Fragen, Probleme und Themenwünsche aufwerfen. Der Eintritt ist kostenlos. Aus organisatorischen Gründen wird um Anmeldung im Vorfeld gebeten (E-Mail: n.abrams@salus-lsa.de, Telefon: 03931 49319-41). 

Vorab zur Information
Angststörungen gehören neben den Depressionen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen in Deutschland. Rund 15 Prozent der erwachsenen Bevölkerung leiden darunter. Unbehandelt wird die Störung oft chronisch und schränkt die Lebensqualität der Betroffenen erheblich ein.  Zudem besteht ein erhöhtes Risiko für weitere psychische Erkrankungen wie Depression oder Sucht.
Auf die Unterschiede zwischen gesunder und gestörter Angst macht Dr. Michaela Poley, Ärztliche Direktorin des Salus-Fachklinikums Uchtspringe, im Vorfeld der Veranstaltung aufmerksam: 
„Prinzipiell ist das Gefühl der Angst überlebensnotwendig: Es signalisiert uns Gefahren, warnt und versetzt uns in die Lage, sinnvoll zu reagieren.“ Zur Krankheit werde Angst, wenn sie sich verselbständige und derart in den Vordergrund dränge, dass die Lebensqualität leide. „Die Betroffenen ziehen sich beispielsweise aus dem Alltag, aus bestimmten Situationen oder von bestimmten Orten völlig zurück“, verweist die Fachärztin auf typische Verhaltensmuster. „Viele  Patienten leiden zugleich unter schlechtem Schlaf sowie unter körperlichen Beschwerden wie Herzrasen, Kopfschmerzen oder Schweißausbrüchen.“
Zu den Angststörungen gehören u.a. die soziale Phobie (extreme Schüchternheit mit Angst vor dem Umgang mit anderen Menschen), die Agoraphobie (Platzangst) und die Panikstörung, die ohne reale Gefahr plötzlich und episodisch wie aus heiterem Himmel herein bricht. Häufig anzutreffen ist auch die generalisierte Angststörung, bei der ganz normale Unsicherheiten des Lebens als gewaltige Bedrohung wahrgenommen werden.  „Eine behandlungsbedürftige Angststörung kann vorliegen, wenn Dauer und Häufigkeit der  Angstzustände ohne erkennbaren Grund so dominant werden, dass man sie aus eigener Kraft kaum überwinden kann“, erklärt Dr. Poley.  Erster Ansprechpartner sei in solchen Fällen stets der ambulant behandelnde Haus- oder Facharzt, der über therapeutische Möglichkeiten beraten könne.  Wie wissenschaftliche Studien und klinische Erfahrung bestätigen, sei in vielen Fällen vor allem eine Verhaltenstherapie hilfreich, bei der die Bewältigung Angst auslösender Situationen gezielt trainiert wird. Diese psychotherapeutische Methode werde auch mit Medikamenten und Anleitung zur Selbsthilfe kombiniert. 

Den Terminüberblick zu den Stendaler Gesprächen finden Sie auch im nachfolgenden Flyer.