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Rooming In: Ein neues Angebot für alleinerziehende Mütter mit psychischen Erkrankungen

Der Aufenthaltsraum der Mutter-Kind-Einheit mit kindergerechter Einrichtung

Das Salus-Fachklinikum Uchtspringe hat die Therapiebedingungen für alleinerziehende Mütter mit psychischen Erkrankungen verbessert. Patientinnen, deren Behandlung einen Krankenhausaufenthalt erfordert, können ihr gesundes Kleinkind im Alter zwischen drei und sechs Jahren fortan in die Klinik mitbringen und dort versorgen. Unterstützt werden sie durch das Kind-Eltern-Zentrum vor Ort und das Stationspersonal.

Eingerichtet wurde die Mutter-Kind-Einheit auf der offenen psychiatrischen Station 6C. Das Patientenzimmer ist mit kindgerechtem Mobiliar wie Bettchen und Wickelkommode ausgestattet. Im behaglichen Aufenthaltsraum direkt nebenan, der als Rückzugsmöglichkeit für Mutter und Kind gedacht ist, gibt es u.a. Spielzeug, Bücher und Gelegenheit zum Fernsehen. Während der Therapiezeiten kann das Kind in der Salus-Kita  „An der Modderkuhl“ Uchtspringe  betreut werden. Grundsätzlich sollte sich die Mutter aber trotz  Erkrankung gut um das Wohl ihrer Tochter oder ihres Sohnes kümmern können.  Darauf achten speziell geschulte Pflegekräfte und Therapeuten, die der Patientin beratend und unterstützend zur Seite stehen. Auch innerhalb der Therapie können Probleme der Erziehung und Eltern-Kind-Bindung bearbeitet werden. Eine Aufnahme ist nach Überweisung des behandelnden Haus- oder Facharztes an die Uchtspringer Institutsambulanz möglich. Dort werden zunächst alle individuellen Besonderheiten geklärt. Unter anderem besteht im Vorfeld auch die Möglichkeit, das Kind-Eltern-Zentrum Uchtspringe zu besichtigen und mit den Erzieherinnen die Eingewöhnungsphase zu besprechen. 

Das Konzept für die Mutter-Kind-Einheit wurde in Zusammenarbeit zwischen der Klinik für Allgemeine Psychiatrie und dem Kind-Eltern-Zentrum Uchtspringe entwickelt. Hintergrund ist, dass allerziehende Patientinnen die Betreuung ihrer Kleinkinder nicht immer delegieren können oder wollen.  Folge: „Sie bringen das Kind mit in die Sprechstunde oder lehnen den fachärztlichen Rat zu einer stationären Behandlung ab“, verweist Dr. Jewgenij Wolfowski auf Erfahrungen aus dem ambulanten Sektor. Der Uchtspringer Chefarzt  schätzt ein, dass viele Frauen deshalb nicht adäquat versorgt sind: „Das ungestörte Gespräch, die kurzfristige Vereinbarung von Folgeterminen oder die häufig notwendige Komplexbehandlung mit medizinischen, psychologischen, fachtherapeutischen und pflegerischen Elementen sind unter diesen Umständen kaum möglich“, erklärt der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie die Problemlage. „Mit der Mutter-Kind-Einheit bieten wir nun eine Lösung an,  die einem Teil der Betroffenen besser gerecht wird.“ Eine Aufnahme könne beispielsweise bei Angststörungen oder Depressionen ohne Suizidalität ins Auge gefasst werden.

Weitere Informationen sind telefonisch unter 039325 70-2284 erhältlich.
Sofern sich die Mutter-Kind-Einheit in der klinischen Praxis sehr gut bewährt, ist eine Erweiterung der Kapazitäten angedacht. Bitte beachten Sie auch das Fotomaterial auf der nachfolgenden Seite.