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Gesprächsabend in Wittenberg: Neues aus dem Autismus-Spektrum

Lutherstadt Wittenberg. Die Veranstaltungsreihe „Kindheit im Blick“ in der Salus-Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie Wittenberg wird am Mittwoch, den 13. Juni 2018, um 19.00 Uhr fortgesetzt. Der Gesprächsabend wendet sich ein weiteres Mal der Erkennung und Behandlung von Entwicklungsstörungen im Kindes- und Jugendalter zu, die dem Autismus-Spektrum zuzuordnen sind. Interessenten sind in die Fuhrmann´sche Villa in der Puschkinstraße 7 eingeladen,  um sich über die Thematik zu informieren und mit Fachleuten darüber zu auszutauschen. Ratsuchende Eltern und Angehörige sind dabei ebenso willkommen wie Beschäftigte aus Schulen, Kinder- und Jugendeinrichtungen, Beratungsstellen und anderen Institutionen. Der Eintritt ist frei.
Das erste Impulsreferat des Gesprächsabends steht unter der Fragestellung „Die Autismus-Diagnose: Irrfahrt im Nebel oder klar Schiff?“. Die Diplom-Psychologin Alexandra Miot aus dem Salus-Fachklinikum Bernburg wird sich darin dem komplexen diagnostischen Vorgehen zuwenden, das bei Verdacht auf eine Störung aus dem autistischen Spektrum erforderlich ist, um Fehleinschätzungen zu vermeiden. Über das Autismus-Spektrum als weites Feld für Therapie und soziale Eingliederungshilfe spricht anschließend die Diplom-Heilpädagogin (FH) Heike Giesemann, die die Wittenberger Autismusambulanz leitet (Träger: Internationales Bildungs– und Sozialwerk e.V.). Nach den Impulsreferaten besteht Gelegenheit zum Austausch und zur Diskussion.

Kurz informiert
Entwicklungsstörungen aus dem Autismus-Spektrum gehen mit Beeinträchtigungen der zwischenmenschlichen Beziehungen, der Kommunikationsfähigkeit, Motorik und Phantasie einher. Frühe Anzeichen können sein, dass diese Kinder weder an ihrer Mutter noch an einer anderen Bezugsperson Interesse zeigen, nicht lächeln und spielen. Viele lernen kaum sprechen, andere erwerben eine monotone, eigene Sprache, die z.B. durch Telegrammstil und Wortneuschöpfungen geprägt ist. Auf Abweichungen in den üblichen Abläufen, Berührungen oder gewisse Geräusche reagieren autistische Kinder oft mit  Schreien und aggressivem Verhalten. Betroffenen gelingt es schwer, sich intuitiv in ihre Mitmenschen hineinzuversetzen, deren Absichten und Beweggründe zu verstehen. Die Kommunikation mit ihnen kann sich aber auch durch Geradlinigkeit, Ehrlichkeit und Direktheit auszeichnen. Mitunter prägen sie Sonderinteressen und Spezialbegabungen mit teilweise erstaunlichen Fähigkeiten aus. Autismus gilt als Entwicklungsstörung mit vielen Gesichtern, deshalb sprechen Fachleute vom Autismus-Spektrum.
Es wird angenommen, dass Autisten über veränderte Verschaltungen von Gehirnzellen verfügen. Die Störung ist nicht heilbar. Mit sozial- und heilpädagogischen, psychotherapeutischen und medikamentösen Maßnahmen sowie gesellschaftlicher Rehabilitation kann den Kindern und ihren Familien aber spürbare Entlastung und Teilhabe verschafft werden, deren Bedingungen und Erfolgsaussichten sich stetig verbessern.

Datum und Uhrzeit:
am  13.06.2018
19:00 Uhr