Informationen und Gespräche

Grenzen setzen - Brücken bauen: 20 Jahre Kinder- und Jugendhilfe im "Haus Eisenhammer"

Die intensivpädagogische Salus-Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung „Haus Eisenhammer“ blickt in diesem Jahr auf ihr 20jähriges Bestehen zurück. Diesem Anlass ist am Mittwoch, den 11. September 2019, von 10 bis 18 Uhr ein Tag der Begegnung gewidmet. Dazu hat das Team u.a. Kooperationspartner, Nachbarn und ehemalige Bewohner sowie deren Familien eingeladen. Willkommen sind auch Bürgerinnen und Bürger der Region, die sich über das Konzept und die Entwicklung der Einrichtung  (Gräfenhainichen I Ortsteil Tornau Eisenhammer 1) informieren möchten. Ebenso freuen sich die Mitarbeiter und Bewohner über den Besuch von interessierten Journalisten. Um Anmeldung wird gebeten (Telefon: 034243 25014, E-Mail:   wg_eisenhammer@salus-lsa.de). Willkommen sind aber auch spontan entschlossene Gäste. Detaillierte Informationen zum Programm sind im nachfolgenden pdf-Flyer abrufbar.
 
Vorab zur Information
Konsequente pädagogische Intervention statt Untersuchungshaft: Mit dieser Aufgabenstel-lung eröffnete die Salus gGmbH vor 20 Jahren das landesweit erste Jugendhilfeprojekt zur Vermeidung bzw. Verkürzung von Untersuchungshaft bei straftatverdächtigen 14- bis 18jährigen Jugendlichen. Die Einrichtung im „Haus Eisenhammer“ Tornau  wird seither als Außenstelle des Kinder- und Jugendheimes Schloss Pretzsch geführt, wobei das fachlich-inhaltliche Angebotsprofil weiter ausgebaut wurde. So gibt es seit einigen Jahren auch die Möglichkeit zur Aufnahme von Kindern ab 12 Jahren, die  einer intensivpädagogischen Be-treuung bedürfen. In den zurückliegenden zwei Jahrzehnten wurden hier rund 470 Kinder und Jugendliche betreut. Dafür stehen zwei Wohngruppen mit insgesamt 14 Plätzen zur Ver-fügung.
Im „Haus Eisenhammer“ geht es nicht um „Kuschelpädagogik“, sondern um die Vermittlung neuer Einstellungen und Werte. Es gibt feste Regeln, an die sich jeder zu halten hat. Dazu gehört ein durchstrukturierter Tagesablauf, wie ihn viele dieser Jugendlichen gar nicht ken-nen. Hauswirtschaftliche Pflichten, Schule, Arbeit, Gespräche und Freizeit stehen in pädago-gisch sinnvollen Relationen, die die Einsicht fördern sollen: „Ich kann ja was aus meinem Leben machen.“ Dabei dient das familienähnliche Klima der Einrichtung als  wichtige Basis, um das notwendige Vertrauen aufzubauen.  Das Mitarbeiterteam vereint sozialpädagogi-sche, psychologische, erzieherische, handwerkliche und hauswirtschaftliche Kompetenzen, deren Zusammenspiel letztlich den Wert des Projektes als reelle Chance zur Neuorientierung ausmacht.
Obwohl Rückschläge bei dieser Form der Kinder- und Jugendhilfe nie ganz auszuschließen sind und nicht alle Bewohner die Chancen für sich nutzen, kann zum Jubiläum eine ermuti-gende Bilanz gezogen werden: Das Konzept einer konsequenten, wertorientierten Erziehung setzt einerseits Grenzen, signalisiert aber auch Vertrauen und baut Brücken. Gerade weil in so jungen Jahren bei der Persönlichkeitsentwicklung noch Vieles möglich ist, erleben die Mitarbeiter des „Hauses Eisenhammer“ ihre Arbeit als sehr wichtig und erfüllend.

Datum und Uhrzeit:
am  11.09.2019
10:00 Uhr