Stendaler Gespräche "Was die Psyche bewegt"

Hansestadt Stendal. Die Stendaler Gespräche „Was die Psyche bewegt“ werden am Dienstag, den 22. Mai 2018, um 17.00 Uhr fortgesetzt. Angehörige und Freunde psychisch kranker Menschen sowie Besucher mit allgemeinem Interesse sind dazu in die Stadtseeallee 1 eingeladen.  Themenschwerpunkt ist aufgrund des großen Interesses an der Veranstaltung im April noch einmal die Erkennung, Behandlung und alltagsbezogene Bewältigung von Depressionen. In das Programm bringen sich erfahrene Experten aus Medizin, Fachtherapie und Pflege des Salus-Fachklinikums Uchtspringe ein. Dabei wird auch auf Fragen, Probleme und Themenvorschläge der Besucher eingegangen. Der Eintritt ist kostenlos. Aus organisatorischen Gründen wird um Anmeldung im Vorfeld gebeten (E-Mail: n.abrams@salus-lsa.de, Telefon: 03931 49319-41). 
Im Rückblick auf die ersten Veranstaltungen der Stendaler Gespräche, seit Januar 2018 stattfinden, zieht die Ärztliche Direktorin Dr. Michaela Poley eine positive Bilanz: „Das enorme Interesse freut uns und zeigt, dass die Vermittlung fachlicher Inhalte ohne Fachchinesisch offene Ohren findet.“ Besonders groß sei das Interesse am Austausch bei jenen Menschen, die die Alltagsbewältigung und Gesundung ihrer psychisch kranken Angehörigen oder Freunde hilfreich unterstützen wollen.
„Unser Anliegen ist es, Angehörige zu Verbündeten im Behandlungsprozess zu machen“, erklärt Oberärztin Viktoria Rademeier-Andris, die fachärztlich im Team der Psychiatrischen Behandlung Zuhause (PBZ) arbeitet und die intensiven Kontakte mit nahestehenden Bezugspersonen der Patienten schätzt. „Informierte Angehörige sind Co-Therapeuten, deren Bedeutung nicht hoch genug bewertet werden kann. Schließlich sind sie es, zu denen der Kranke den zeitlich ausgedehntesten und emotional intensivsten Kontakt hält. Therapeutische Fortschritte hängen oft auch mit der einfühlsamen Mitwirkung von Angehörigen und Freunden zusammen.“
Die Stendaler Gesprächsreihe „Was die Psyche bewegt“  zielt darauf, Betroffene und deren Angehörige zu unterstützen. Zugleich sollen  Interessenten erreicht werden, die sich über präventive, diagnostische und therapeutische Wege zur seelischen Gesundheit informieren und austauschen wollen. Zum Vormerken: Die nächsten Veranstaltungen sind dann am 4. September 2018 und am 20. November 2018 jeweils um 17 Uhr in der Stadtseeallee 1 geplant. Den Terminüberblick finden Sie auch im nachfolgenden Flyer.

Kurz informiert: Depression
Nahezu jeder fünfte Mensch in Deutschland erkrankt im Lebensverlauf an einer Depression. „In den zurückliegenden Jahren sind das Ausmaß und die Folgen dieser Erkrankung verstärkt ins öffentliche Bewusstsein gerückt. Depressionen waren zwar schon immer verbreitet. Aber die lange gehegte Verharmlosung weicht zunehmend der Erkenntnis, dass es hier um eine qualvolle, latent lebensbedrohliche Krankheit geht“, erklärt Dr. Michaela Poley,  Ärztliche Direktorin des Salus-Fachklinikums Uchtspringe. So seien viele Suizide und Suizidversuche auf Depressionen zurückzuführen. Die Erkrankung beeinträchtigt nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO das Leben so sehr wie Blindheit oder Querschnittslähmung. „Der statistisch belegte, fast schon dramatische Anstieg depressiver Störungen hängt aus meiner Sicht vor allem mit der erhöhten Aufmerksamkeit und unseren Fortschritten in der Diagnostik zusammen“, meint Frau Dr. Poley. Rechtzeitig erkannt und behandelt, könne eine Depression aber zumeist gut ausheilen.
Anhaltend großen Bedarf sieht die Expertin bei der Aufklärung der Bevölkerung: „Weil unangenehme Erlebnisse, schlechte Stimmung und Leistungsschwankungen zum Lebensalltag  gehören, liegt im Laienverständnis die Verwechslung der Krankheit mit einer normalen Befindlichkeitsstörung nahe. Hinzu kommt, dass ,Depression` oder `Burn out` im Sprachgebrauch mitunter inflationär verwendet und vermischt werden. Und so ist man geneigt abzuwiegeln: Halb so schlimm – haben wir doch alle mal! Zusammenreißen, ausspannen, ein bisschen Urlaub – die Palette gängiger Handlungsempfehlungen ist breit. Sie hilft den tatsächlich Erkrankten, deren Lebensgefühl erstarrt ist, aber nicht weiter. Um Leidenswege abzukürzen, muss noch viel getan werden. Es ist wichtig, zwischen Überlastung oder Lebenskrise und behandlungsbedürftiger psychischer Erkrankung zu differenzieren.“

Datum und Uhrzeit:
am  22.05.2018
17:00 Uhr