Station 58B

Station für geistig- und mehrfachbehinderte Kinder und Jugendliche und Autismus

Kinder und Jugendliche mit geistiger Behinderung und/oder Mehrfachbehinderungen finden auf allgemeinen kinder- und jugendpsychiatrischen Stationen oft dieselben überfordernden und Problemverhalten auslösenden Rahmenbedingungen vor wie im Alltag. Neben Raum und Zeit fehlt in vielen Fällen auch die Erfahrung mit diesen Patienten zu arbeiten psychotherapeutisch, so dass die medikamentöse Therapie in den Vordergrund rückt.

Wir behandeln Kinder und Jugendliche mit Autismuspektrumsstörungen, geistiger Behinderung und Mehrfachbehinderungen in zwei Gruppen mit insgesamt 10 Behandlungsplätzen. Wir nehmen Kinder und Jugendliche von ca. 4 Jahren bis 18 Jahren, in Einzelfällen bis maximal 21 Jahren auf. Zwei Behandlungsplätze werden für hörgeschädigte Patientinnen und Patienten mit einem erhöhten Pflegeaufwand vorgehalten. Für pflegebedürftige Patienten steht ein spezielles Pflegegitterbett zur Verfügung.

Wir behandeln Problemverhalten (Verhaltensauffälligkeiten bei Überforderung), Impulskontrollstörungen, Störungen des Sozialverhaltens und der Emotionen, hyperkinetische Störungen, psychische Störungen mit körperlicher Symptomatik (z.B. Einnässen, Einkoten, Schlafstörungen), Anpassungsstörungen im sozialen und emotionalen Bereich (z. B. Angststörungen, Depressionen,  Zwangsstörungen), spezifische Entwicklungsstörungen (Autismus u.a.), Psychosen , Epilepsien u.a. .

Einer Aufnahme geht immer ein ambulantes Gespräch, oft auch ein Hausbesuch oder eine Netzwerkkonferenz zur Klärung von Therapiebedarf und Therapiezielen voraus.
Nach der Aufnahme wird durch alle beteiligten Berufsgruppen ein umfassendes Profil mit emotionalem und sozialem Entwicklungsalter, Intelligenz, Fähigkeiten, Symptomen,  medizinischen Befunden erhoben, um einen darauf abgestimmten Therapieplan zu erstellen. Es kommen hierbei spezielle diagnostische Verfahren für geistig Behinderte zum Einsatz.
Die Station 58B und ihreTherapieangebote sind  entsprechend den Grundprinzipien von TEACCH strukturiert, die es sowohl autistischen wie geistig behinderten und hörbehinderten Patienten erleichtern, sich zu orientieren und teilzunehmen. Es erfolgt ein Einsatz von lautsprachbegleitenden Gebärden bei hörgeschädigten Patienten, aber auch bei schwer und schwerst geistig behinderten, nicht sprechenden Patienten.

Die Station arbeitet verhaltenstherapeutisch, einzeln und in der Gruppe (Modelllernen, Verstärkermethoden). Die Therapien werden immer individuell auf die intellektuellen Fähigkeiten, Symptome und das Entwicklungsalter abgestimmt.

Zentrale Behandlungsbausteine sind Förderung der Alltagsfähigkeiten (Körperhygiene, Selbstversorgungsfähigkeit, Selbständigkeit), medikamentöse Therapie,  Soziales Kompetenztraining, sexualtherapeutische Gruppe, Entspannungsverfahren, Physiotherapie, Sport, Reittherapie, Ergotherapie, Musiktherapie und Schule (GB, LB, in der Kleingruppe oder Einzeln). Ergänzt werden diese durch Snoezelen, Basale Stimulation, Pränatalraum (Wasserbett), Spiel- und Maltherapie, Schmiertherapie und Bällchenbad.

Unverzichtbar für eine erfolgreiche Behandlung ist die begleitende Arbeit mit den Eltern bzw. Bezugspersonen bei Pflegekindern oder in Heimen lebenden Kindern. Diese erfolgt in Einzelgesprächen und in der monatlich stattfindenden Elterngruppe. Je nach Bedarf erfolgt eine intensive Zusammenarbeit und Kooperation mit vorbehandelnden Ärzten, Ämtern (Sozialamt, Jugendamt), Schulen, Heimen, z.B. in Form von Helferkonferenzen, Konsultationen vor Ort.

Im Anschluss an die stationäre Therapie besteht die Möglichkeit einer ambulanten Weiterbetreuung im Rahmen unserer Institutsambulanz.