Weihnachten ohne Stress und Streit

von Edda Gehrmann

Weihnachten – Fest der Liebe und der Familie. Weihnachten – Stress und Streit. Wie passt das zusammen? Zwischen Geschenkejagd, Festvorbereitungen und Verwandtenbesuchsprogramm kann der Zauber dieser besonderen Zeit abhandenkommen. „Besinnen wir uns auf den Ursprung von Weihnachten und darauf, was das Fest ganz konkret für unsere Familie bedeutet“, sagt Angelika Klabunde, Dipl.-Psychologin und Psychologische Psychotherapeutin aus der Salus-Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Stendal. Hier sind ihre 10 Tipps für entspannte Feiertage.


1. Schweigen ist Silber, Reden ist Gold
Sprechen Sie in der Familie schon in der Vorweihnachtszeit über Ihre Vorstellungen und Wünsche für die Feiertage. Was die eine als angenehm erlebt, nervt den anderen vielleicht schon seit Jahren. Finden Sie Kompromisse, damit sich alle auf das Fest freuen können, denn zur F r e u d e ist es da.

2. Nichts und Niemand ist perfekt
Ein romantisch durchgestyltes Haus, glänzende Augen und Harmonie bei allen, die Weihnachtsgans ist auf den Punkt gar und die Frisur sitzt immer noch unverschämt gut – Hollywood lässt grüßen. Zu hohe Erwartungen können Sie und Ihre Lieben überfordern. Sich auf das Wesentliche beschränken und begrenzen fördert die Gelassenheit.

3. Weniger ist mehr
Wer ununterbrochen in der Küche steht, hat selbst nichts von der geselligen Runde. Die rundum bewirteten Gäste beschleicht dabei möglicherweise sogar ein ungutes Gefühl. Es geht auch ohne Drei-Gänge-Menü und nicht jeder Sonderwunsch muss erfüllt werden. Wichtiger ist die Qualität der gemeinsam verbrachten Zeit.

4. Gut vorbedacht, schon halb gemacht
Planen Sie rechtzeitig in der Familie, was Sie für die Weihnachtsfeiertage benötigen und setzen Sie Fristen. Vieles lässt sich bereits besorgen oder bestellen, bevor der große Ansturm auf die Geschäfte beginnt.

5. Geteilte Arbeit, doppelte Freude
Vor allem Frauen neigen dazu, es jedem recht machen zu wollen und ihre eigenen Bedürfnisse zu vernachlässigen. Verteilen Sie Aufgaben und lassen Sie es die anderen auf ihre Weise erledigen. Bei einer großen Runde können eventuell auch die Gäste etwas beitragen. Vielleicht den Nachtisch zum Festmahl?

6. Mit Liebe schenken
Bedenken Sie, dass ein Geschenk für Zuwendung steht – unabhängig von seinem materiellen Wert. Um nicht in Stress zu geraten, hilft bei Kindern eine Fristsetzung für den Wunschzettel.
Der Weihnachtsmann sollte nicht als verlängerter Arm der Erziehung missbraucht werden, der zur Strafe keine Geschenke oder nur eine Rute bringt. Er belohnt höchstens gute Taten oder Verhaltensweisen.

7. Freie Zeit und Besuche ausbalancieren
Rituale sind schön, solange sie der Familie guttun und ausgewogen verteilt sind. Viele laden sich jedoch ein Dauerprogramm an den Feiertagen auf. Eltern bzw. Schwiegereltern könnten z. B. auch im jährlichen Wechsel besucht werden.

8. Streitigkeiten ruhen lassen
Vermeiden Sie alte Reizthemen und Grundsatzdiskussionen unter dem Weihnachtsbaum. Verwandte, die sich partout nicht verstehen, müssen nicht aus Pflichtgefühl gemeinsam eingeladen werden. Auch Tatenlosigkeit kann eine gereizte Stimmung fördern. Überlegen Sie sich vorher gemeinsame Aktivitäten zwischen den Mahlzeiten, z. B. Gesellschaftsspiele, einen Spaziergang, einen Film ansehen.

9. Auszeiten sind erlaubt
Es müssen nicht alle die gesamte Zeit miteinander verbringen. Der eine braucht seinen Rückzugsraum zum Mittagsschläfchen, der andere einen Spaziergang in kleiner Runde. Und dass Heranwachsende zwischendurch lieber zu ihren Freunden verschwinden, sollte nicht gleich als Affront gegen die Familie verstanden werden.

10. Es gibt ein Leben nach Weihnachten
Einen ganzen Monat lang dreht sich alles um Weihnachten. Weil dieses Fest im Gegensatz zu runden Geburtstagen, Silberhochzeit oder Jugendweihe alle Menschen betrifft, entsteht ein besonderer Sog. Es gibt jedoch ein Leben danach mit anderen Anlässen, um Wünsche zu erfüllen und sich mit der Familie zu treffen.

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