Fachklinikum Uchtspringe

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Aserbaidschan hautnah: Ein Fest für die Sinne und das Miteinander

Chefarzt Zeynal Babazada, Assistenzärztin Sayali Shirinova und Assistenzarzt Kanan Eminli (v.l.n.r.) stellten ihr Heimatland Aserbaidschan vor, zeigten die Bedeutung des Novruz-Festes sowie die damit verbundenen Traditionen auf. Die interkulturelle Weiterbildung gestalteten sie gemeinsam mit ihren Landsleuten Fuad Gurbanli, Ismayl Nazarli, Nariman Ibrahimov, Aygun Rahimova, Fatima Alizada, Nurana Hajiyeva, Ulvi Gurbanzade und Javidan Hasanli. Narmin Alakbarli, die ärztlich im Fachklinikum oder im Maßregelvollzug Uchtspringe tätig sind.
Samani ist sprießendes Weizengras, das mit einer roten Schleife umbunden wird. Es steht für Fruchtbarkeit und die Lebenskraft der Erde. Das sprießende Grün kündigt den Frühling an und bringt Freude ins Haus.
Die aserbaidschanischen Ärztinnen und Ärzte verwöhnten das Kollegium mit landestypischen Köstlichkeiten.
Was ist das Novruzfest? Darüber konnten die Gäste auch auf den ausliegenden Informationsblättern nachlesen. Sie erfuhren u.a., dass in den vier Wochen vor dem Fest die Elemente der Natur Wasser, Feuer, Luft und Erde gefeiert werden.
Interkulturelle Weiterbildung in Uchtspringe: Wenn Ärztinnen und Ärzte zu Botschaftern ihrer Heimat werden

In einem Krankenhaus begegnen sich täglich Menschen unterschiedlichster Herkunft – sowohl auf Patientenseite als auch innerhalb der Belegschaft. Wie bereichernd diese Vielfalt sein kann, zeigte sich kürzlich bei einer besonderen Veranstaltung im Salus-Fachklinikum Uchtspringe: Eine Gruppe aserbaidschanischer Ärztinnen und Ärzte hatte auf Initiative von Chefarzt Zeynal Babazada (Klinik für Gerontopsychiatrie- und -psychotherapie) das Kollegium eingeladen, um gemeinsam das Novruz-Fest zu begehen. Es war ein Nachmittag, der den Blick für die reiche Kultur des Kaukasusstaates öffnete.

Ein Fest der Erneuerung und Hoffnung
Novruz (wörtlich: „Neuer Tag“)  ist ein seit Jahrtausenden zelebriertes Neujahrs- und Frühlingsfest in Aserbaidschan, das mit dem natürlichen Jahreszyklus, der Tag-und-Nacht-Gleiche im März, verbunden ist. Es symbolisiert den Sieg des Frühlings über den Winter, steht für Erneuerung, Hoffnung und Gemeinschaft. Mit einer mehr als 3.000jährigen Geschichte ist Novruz tief in den aserbaidschanischen Traditionen verwurzelt und gehört sogar zum immateriellen UNESCO-Weltkulturerbe. Es verbindet Menschen über Generationen hinweg und wird mit Ritualen rund um die Elemente Wasser, Feuer, Luft und Erde, Musik und reich gedeckten Tischen gefeiert. Ein zentrales Symbol, das die Ärztinnen und Ärzte auch beim Fest in Uchtspringe vorstellten, ist das Samani – sprießendes Weizengras, das mit einer roten Schleife umbunden wird. Es steht für Fruchtbarkeit und die Lebenskraft der Erde. 

Kulinarische Symbolik & Teekultur
Das Uchtspringer Kollegium erhielt zudem vielfältige Einblicke in die aserbaidschanische Gesellschaft, die sich stolz als Brücke zwischen Orient und Okzident versteht. Die Kolleginnen und Kollegen zeigten die reiche Geschichte ihres Heimatlandes auf, gaben Einblicke in die moderne Gesellschaft und ließen an der kulturellen Tiefe teilhaben. Es war weit mehr als eine Präsentation; es war eine Einladung, das Land durch ihre Augen zu betrachten. Dies spiegelte sich auch in den angebotenen Köstlichkeiten wieder. Die traditionellen Novruz-Speisen sind nicht nur süß und kalorienreich, sondern eine Hommage an das Universum: Shekerbura symbolisiert den Mond, Pakhlava die Sterne und Shorgoghal die Sonne. Ebenso bereicherte die Teekultur das Fest: Tee ist in Aserbaidschan kein schnelles Getränk für zwischendurch, sondern ein Symbol für bedingungslose Gastfreundschaft. Er wird in birnenförmigen Armudu-Gläsern serviert, oft begleitet von Marmelade aus weißen Kirschen oder Walnüssen. Die Botschaft dahinter: Einem Gast Tee anzubieten, bedeutet Wertschätzung und die Bereitschaft zur Verständigung.

Ein Zeichen für gelebtes Miteinander
Die Begeisterung über die Einladung war im gesamten Uchtspringer Kollegium spürbar. Die Ärztliche Direktorin Dr. Cornelia Ulrich erzählt: „Wir hatten irre Spaß, haben viel über das Land und die Traditionen gelernt und exzellent gegessen. Ein riesiges Dankeschön an unsere aserbaidschanischen Fachkräfte für dieses tolle Zeichen des Miteinanders! “

Über das Kulturelle und Kulinarische hinaus setzte das Fest ein wichtiges Zeichen: In Zeiten des Fachkräftemangels leisten Ärztinnen und Ärzte aus vielen Nationen einen unverzichtbaren Beitrag zur medizinischen Versorgung. Veranstaltungen wie diese verdeutlichen, dass interkulturelle Kompetenz und der gegenseitige Respekt vor den Wurzeln der anderen zum Fundament eines guten Teams gehören. Wenn Fachkräfte aus aller Welt ihre Traditionen teilen, kann dies zu einer Atmosphäre der Offenheit und des gegenseitigen Verständnisses beitragen.

Ein herzliches Dankeschön geht an dieser Stelle noch einmal an Zeynal Babazada, Kanan Eminli, Fuad Gurbanli, Sayali Shirinova, Ismayl Nazarli, Nariman Ibrahimov, Aygun Rahimova, Fatima Alizada, Nurana Hajiyeva, Narmin Alakbarli, Ulvi Gurbanzade und Javidan Hasanli, die ärztlich im Fachklinikum oder im Maßregelvollzug Uchtspringe tätig sind und die interkulturelle Weiterbildung gestalteten.