Bernburg I Dessau-Roßlau I Wittenberg. Die Tageskliniken und Institutsambulanzen für psychisch kranke Kinder und Jugendliche des Salus-Fachklinikums Bernburg haben eine neue Chefärztin. In die Position berufen wurde die Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie Dr. Kirstin Palm. Sie nahm ihre Tätigkeit am 1. Februar 2023 auf und wurde von Dr. Antje Möhlig, Ärztliche Direktorin des Salus-Fachklinikums Bernburg, herzlich im neuen Wirkungsfeld begrüßt. Zum Verantwortungsbereich von Frau Dr. Palm gehören fortan die Salus-Tageskliniken und Ambulanzen für Kinder- und Jugendpsychichiatrie, -psychosomatik und -psychotherapie in Bernburg, Dessau-Roßlau und Lutherstadt Wittenberg. Vor ihrem Wechsel zur Salus war die aus dem erzgebirgischen Stollberg stammende Medizinerin oberärztlich in einem tagesklinischen Kompetenzzentrum in Sachsen tätig.
„Mit Frau Dr. Palm konnten wir eine team- und netzwerkorientierte Persönlichkeit für uns gewinnen, die ihre ausgezeichnete fachliche Expertise mit Berufs- und Leitungserfahrung verbindet“, erklärt Jürgen Richter, Geschäftsführer der Salus Altmark Holding gGmbH. „Darüber freuen wir uns auch deshalb, weil tagesklinische und ambulanten Angebote wachsende Bedeutung haben und weiter zu entwickeln sind“, verweist Richter u.a. auf den Vorteil, dass Kinder und Jugendliche bei diesen wohnortnahen Versorgungsformen in ihrem gewohnten sozialen Umfeld verbleiben können und sich stationäre Behandlungen vermeiden oder verkürzen lassen.
Kirstin Palm hat an der Universität Leipzig Humanmedizin studiert, erwarb 2005 die Approbation als Ärztin und promovierte zwei Jahre später zu einem neurowissenschaftlichen Thema. Nachdem die heute 45jährige Medizinerin im Zuge vielfältiger klinischer Tätigkeiten ihre Leidenschaft für die Kinder- und Jugendpsychiatrie entdeckt hatte, absolvierte sie im Parkklinikum Leipzig die entsprechende Facharztausbildung, flankiert durch die psychotherapeutische Weiterbildung am Institut für Verhaltenstherapie Brandenburg. Zu den Schwerpunkten ihrer bisherigen fachärztlichen Tätigkeit gehörten u.a. die Etablierung teilstationärer und ambulanter Programme zur Emotionsregulation und Stressbewältigung bei Jugendlichen sowie zur frühen verhaltenstherapeutischen Interventionen bei beginnenden Persönlichkeitsfehlentwicklungen.
Über das Vertrauen zur Übernahme chefärztlicher Verantwortung freut sich die erfahrene Expertin: „Mir liegt insbesondere die strukturelle und konzeptionelle Anpassung der Therapiekonzepte an gesellschaftliche Entwicklungen, wie sie unter anderem die Pandemie-Zeit hinterlassen hat, am Herzen. Dabei möchte ich auch den Einsatz moderner Therapiemethoden mit interaktiv-computergestützten Ansätzen unterstützen.“ Einen hohen Stellenwert wird die Mutter von drei Töchtern, die mit ihrer Familie in Leipzig lebt, der Team- und Netzwerkarbeit beimessen: „Der kreative multiprofessionelle Austausch im tagesklinischen Team, die bestärkende Familienarbeit sowie die enge Kooperation mit regionalen Partnern – zum Beispiel in Schulen, Sozialeinrichtungen, Behörden und anderen Institutionen – sind enorm wichtig, um Behandlungserfolge zu erzielen und nachhaltig zu sichern.“
Kurz informiert
Die Tageskliniken für Kinder und Jugendliche in Bernburg, Dessau-Roßlau und Lutherstadt Wittenberg gehören zum Salus-Fachklinikum Bernburg. Die Einrichtungen nehmen Mädchen und Jungen im Alter zwischen ca. fünf und 18 Jahren auf, die unter psychischen Störungen leiden, bei denen sich ambulante Behandlungsangebote als nicht mehr ausreichend erwiesen haben. In anderen Fällen kann eine tagesklinische Betreuung auch dazu beitragen, stationäre Behandlungen zu verkürzen.
In den Tageskliniken werden nahezu alle Störungen und Erkrankungen aus dem Fachgebiet der Kinder- und Jugendpsychiat-rie diagnostiziert und behandelt. Besonders häufig leiden die jungen Menschen unter emotionalen Problemen und Verhaltensstörungen, die zu Hause, in Schule und Freizeit offenkundig werden. Sie verhalten sich teilweise aggressiv, betont unsozial, gereizt oder auch extrem ängstlich, depressiv, zurückgezogen und gehemmt. Häufig haben sich Lern- und Leistungsprobleme eingestellt, weil Konzentration und Aufmerksamkeit gestört sind. Diese Symptome können mit und ohne Hyperaktivität einhergehen.
Behandelt wird - differenziert nach Alter - in Gruppen. Neben fachärztlichen Behandlungen sowie psychotherapeutisch-psychologischen Einzel-, Gruppen- und Familiengesprächen fließen fachtherapeutische und pflegerische Angebote ein, um kognitive und sozioemotionale Fähigkeiten zu fördern. Dazu gehören beispielsweise Ergo-, Sport- und Bewegungstherapien, soziales Kompetenztraining und Entspannungsverfahren. Ebenso tragen Sozialarbeit und Klinikbeschulung dazu bei, Probleme zu überwinden, das zumeist beeinträchtigte Selbstwertgefühl zu stärken und damit den Wiedereinstieg in KiTa oder Schule zu erleichtern. Die tagesklinische Therapieform kann immer dann in Erwägung gezogen werden, wenn die Patientinnen und Patienten trotz ihrer seelischen Erkrankung viele alltagspraktische Anforderungen selbstständig bewältigen können und weder sich selbst noch andere gefährden.

