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Ein berufliches Lebenswerk mit Herz und klarer Haltung

Dr. Sabine Dutschko und SAH-Geschäftsführer Jürgen Richter
Pedro Querido, Sylvia Oswald und Martin Rühmann (v.l.n.r.)
Staatssekretärin a.D. Beate Bröcker (im Hintergrund: Bilder aus ihrem künstlerischen Schaffen)
Stefan Jambor, Psychiatriekoordinator des Landkreises Stendal
Fachbereichsleiterin der Salus-Eingliederungshilfe Dr. Sabine Dutschko in den Ruhestand verabschiedet

Bei einem feierlichen Empfang in der Wohnstätte „St. Georgii II“ Magdeburg wurde Dr. Sabine Dutschko, Fachbereichsleiterin der Salus-Eingliederungshilfe, kürzlich in den Ruhestand verabschiedet. Damit stand ein berufliches Lebenswerk im Blickfeld, das voller Leidenschaft und Kompetenz der gesellschaftlichen Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigungen gewidmet war. Die SAH-Geschäftsführung, zahlreiche interne und externe Kooperationspartner, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie der Bewohnerbeirat von „St. Georgii II“ dankten Frau Dr. Dutschko für ihren unermüdlichen Einsatz und wünschten ihr für den neu beginnenden Lebensabschnitt das Allerbeste. Musikalisch einfühlsam begleitet wurde die Veranstaltung Martin Rühmann, Sylvia Oswald und Pedro Querido. 

SAH-Geschäftsführer Jürgen Richter skizzierte in seiner Laudatio den Werdegang von Sabine Dutschko. Dieser führte nach einer von ihr selbst als „wunderschön“ beschriebenen Kindheit und Jugend in Potsdam zunächst in ein Pädagogik-Studium mit anschließender Lehr- und Dozententätigkeit sowie eine sportwissenschaftliche Promotion. Mit dem Einstieg beim Paritätischen Wohlfahrtsverband Sachsen-Anhalt begann dann vor mehr als drei Jahrzehnten Frau Dr. Dutschkos soziales Engagement für die Lebensinteressen von Menschen, die angesichts ihrer Handicaps das Recht auf individuelle Unterstützung und Begleitung haben. Ausgestattet mit den Kompetenzen und Erfahrungen aus 20jähriger Verbandsarbeit bei Paritätischen, wechselte Sabine Dutschko später zur Lebenshilfe und kam vor fünf Jahren in ihr heutiges Wirkungsfeld als Salus-Fachbereichsleiterin. 

Hier überzeugte sie, wie Geschäftsführer Jürgen Richter und der Psychiatrie-Koordinator des Landkreises Stendal Stefan Jambor deutlich machten, stets als Frau mit klarer Haltung und klaren Entscheidungen. Ihr Handeln sei von Verlässlichkeit und Unnachgiebigkeit geprägt gewesen, wenn es um die Interessen der in den Salus-Einrichtungen betreuten Menschen ging. Immer und immer wieder habe sich Frau Dr. Dutschko dabei auch für Einzelschicksale stark gemacht und nach geeigneter Unterstützung für schwer beeinträchtigte Menschen in besonders herausfordernden Lebenssituationen gesucht.  Getragen war dies, wie sie selbst in ihrem Rückblick deutlich machte, von der tiefen Überzeugung: „Teilhabe ist kein Luxus. Teilhabe ist ein Menschenrecht. Das sollten wir uns in einer Zeit, wo sich Menschenwürde viel zu oft mit Finanzierbarkeit streiten muss, jederzeit vor Augen führen.“   

Wie umfassend Frau Dr. Dutschkos Verständnis von Teilhabe ist, wurde während ihrer Amtszeit übrigens auch im Zuge vieler Projekte deutlich. Ein Beispiel zeigte die Staatssekretärin a.D. Beate Bröcker, die heute als freischaffende Künstlerin arbeitet, bei der Verabschiedung auf:  Als sie vor mehr als drei Jahren die Idee hatte, ihre bildkünstlerischen Werke auch für Menschen in den Salus-Wohnstätten der Eingliederungshilfe zugänglich zu machen, war Sabine Dutschko sofort mit „im Boot“. Inzwischen hat Frau Bröcker mehr als 70 ihrer farbintensiven, energiereichen Bilder an die Einrichtungen in Magdeburg, Uchtspringe und Gardelegen verschenkt: Die in das alltägliche Lebensumfeld integrierten Galerien laden dazu ein, sich berühren und inspirieren zu lassen sowie darin eigene Narrative zu entdecken. Dass sie auch die Kreativität der Betrachtenden anregen, wurde nicht zuletzt bei den Workshops deutlich, zu denen sich Beate Bröcker in ihrem Atelier mit Bewohnenden getroffen hat. Ein wunderbares Projekt im Sinne der Teilhabe am kulturell-künstlerischen Leben!   

Dr. Sabine Dutschko geht mit Dankbarkeit und vielen schönen Erinnerungen in das „Abenteuer Ruhestand“. Sie tauscht Dienstwagen gegen E‑Bike und Büro gegen Schwimmbad, bleibt aber bis zur Amtsübernahme durch ihre Nachfolgerin (voraussichtlich im April 2026) beruflich noch in Teilzeit „am Ball“. In ihren Abschiedsworten dankte sie für die wertschätzend-kollegiale Zusammenarbeit und betonte, wie sehr sie dieses Miteinander und die Netzwerkarbeit geschätzt habe, um beeinträchtigten Menschen ein gutes Zuhause und gute Perspektiven bieten zu können. Eindringlich legte Sabine Dutschko allen Akteuren auch noch einmal ihre Überzeugung ans Herz: „Teilhabe ist kein Luxus, sondern Menschenrecht.“