“Tradition ist nicht die Anbetung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers.” Wer sich auf die Suche nach Praxisbeispielen für diesen Sinnspruch begibt, kommt an der Uchtspringer Feuerzangenbowle nicht vorbei: Seit mehr als vier Jahrzehnten trifft sich das akademische Kollegium des Fachklinikums in der Adventszeit zu diesem Ritual. Es ist ein Treffpunkt, um das Jahr Revue passieren zu lassen und die in dieser Zeit hinzu gekommenen “Neulinge” in das Zeremoniell einzuweihen. So ließ es sich die Ärztliche Direktorin Dr. Cornelia Ulrich auch in diesem Jahr nicht nehmen, das Kollegium herzlich einzuladen. Und siehe da: Die Resonanz war riesig! Statt der 33, die sich im Vorfeld (vorbildlich!) angemeldet hatten, kamen letztlich sogar 59 Kolleginnen und Kollegen. Zum Glück hatte das Organisationsteam unter Regie der leitenden Psychologin Lilli Wenig gut vorgesorgt, so dass niemand zu kurz kam …
Gute Gründe, um das Miteinander in geselliger Runde zu feiern, gab es im Rückblick auf das Jahr 2025 allemal. Wie Dr. Cornelia Ulrich bei ihrer Begrüßung ausführte, schreibt das Salus-Fachklinikum Uchtspringe nicht nur schwarze Zahlen, sondern kann zugleich auf fachlich-inhaltlicher Ebene viele erfolgreiche Entwicklungen bilanzieren: “Wir haben ein neues MRT-Gerät angeschafft, die Gerontopsychiatrie wieder gestärkt, interessante Tagungen organisiert, erneut die Qualitätszertifizierung des Schlaflabors geschafft und einen Traumatherapiekurs mit 20 Teilnehmern zum Laufen gebracht”, nannte sie einige leuchtende Beispiele und hob auch die regelmäßigen akademischen Weiterbildungen hervor, die jetzt wieder fest etabliert sind. Einen besonderen Glückwunsch konnte Frau Dr. Ulrich an die Oberärztin in der Klinik für Neurologie und Schlafmedizin Dr. Juliane Jacob richten: Die Fachärztin für Neurologie hat nach einer anspruchsvollen Weiterbildung kürzlich die Zusatzbezeichnung für Schlafmedizin erworben.
Anschließend rückten die Zubereitung der Feuerzangenbowle und der kollegiale Austausch in den Mittelpunkt. Das Gebräu wurde wie eh und jeh in einem altehrwürdigen Kupferkessel erhitzt, den der ehemalige Ärztliche Direktor MR Dr. Volkmar Lischka und seine Verbündeten einst für diesen Zweck aus der aufgelösten Krankenhaus-Bäckerei gerettet und Bowle-tauglich hergerichtet hatten. Seither wird der Topf jedes Jahr bei Dr. Lischka ausgeliehen, der auch als Wissensträger in puncto Rezeptur weiterhin gern konsultiert wird: Der Sud aus schwarzem Tee, Apfelsinenstückchen, Nelken, Zimtrinde, Rosinen, Rum sowie geriebener Apfelsinen- und Zitronenschale ist die Grundlage dafür, damit es dann richtig gut mundet. Auch am kulinarischen Angebot der Traditionsveranstaltung - Schmalzstullen mit Gewürzgurke - hat sich im Lauf der Jahrzehnte kaum etwas geändert. Nur das Schmalz in veganer Ausführung konnte sich als Neuerung durchsetzen - und dass die Bowle heutzutage von den meisten in eher homöopathischer Dosis gekostet wird. “Es ist schön zu erleben, dass uns die Pflege des guten kollegialen Miteinanders in diesen rauer gewordenen Zeiten nicht abhanden gekommen ist”, freute sich Dr. Cornelia Ulrich über den gelungenen Verlauf der Feuerzangenbowle 2025. “Ich wünsche mir, dass sich auch in den nächsten Jahren immer wieder Organisatoren in unseren Reihen finden, um für das Kollegium einige besinnlich-heitere Stunden in der Adventszeit vorzubereiten. Das fördert das abteilungs- und generationsübergreifende Kennenlernen auch über Themen des Arbeitsalltags hinaus”, berichtet Frau Dr. Ulrich darüber, wie sie in der Runde am 2. Dezember 2025 zufällig erfahren hat, dass eine ärztliche Kollegin zum deutschen Weltmeister-Team im Frisbee gehört. Aber das ist schon wieder eine andere Geschichte, die wir später erzählen werden.



