Kleines Jubiläum, große Relevanz: Die vor fünf Jahren durch das Salus-Fachklinikum Bernburg eröffnete Tagesklinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Köthen hat sich erfolgreich im Versorgungsystem für psychisch kranke Menschen in der Region Anhalt-Bitterfeld verwurzelt. Dieses Fazit wurde am Mittwoch (29. April 2026) bei einem Arbeitstreffen gezogen. Dazu kamen die Ärztliche Direktorin und Chefärztin Dr. Antje Möhlig sowie Jürgen Richter als Geschäftsführer der Salus Altmark Holding mit dem Team der Tagesklinik zusammen. An dem Austausch nahmen vom Landkreis Anhalt-Bitterfeld der Landrat Andy Grabner, die Fachdienstleiterin des Sozialpsychiatrischen Dienstes Luisa Geßner und der Psychiatriekoordinator Dr. Michael Beau teil, die Stadt Köthen wurde von Anja Jope aus dem Bereich Wirtschaftsförderung vertreten. Im Rahmen der Veranstaltung wurde der Dank an das multiprofessionelle Team für die geleistete Arbeit mit einer Zwischenbilanz verknüpft. Seit der Eröffnung im Mai 2021 fanden hier rund 760 Patientinnen und Patienten medizinisch-therapeutische Hilfe. Damit waren die Behandlungsplätze der Einrichtung kontinuierlich ausgelastet. Rückmeldungen und Befragungsergebnisse im Rahmen des Qualitätsmanagements zeugen zudem von einer hohen Patientenzufriedenheit.
Die Köthener Therapieeinrichtung wurde anfangs mit 16 Plätzen geführt. Im Jahr 2023 erfolgte die Erweiterung auf 24 Plätze. Da hier erwachsene Patientinnen und Patienten vom 18. Lebensjahr an bis ins hohe Alter behandelt werden können, trägt sie heute die Bezeichnung als Mehrgenerationentagesklinik. Ergänzt wird das tagesklinische Angebot durch eine Psychiatrische Institutsambulanz (PIA).
„Unser Brückenschlag von Bernburg nach Köthen hat sich als richtig erwiesen“, resümierte die Ärztliche Direktorin und Chefärztin Dr. Antje Möhlig. „Die Einrichtung trägt wesentlich zur wohnortnahen psychiatrischen Versorgung bei“, verwies sie darauf, dass Menschen mit teilstationärem Behandlungsbedarf zuvor lange Anfahrtswege hatten oder – sofern diese nicht zu meistern waren – im Krankenhaus aufgenommen werden mussten. „Diese regionale Versorgungslücke konnte mit der Tagesklinik Köthen geschlossen worden, obwohl Anfahrt und Heimweg für viele Patienten auch heute noch recht aufwändig sind. Zugleich trägt die enge Verzahnung mit dem Fachklinikum zur Sicherung von Qualität und gleitenden Behandlungswegen bei: Unsere Patientinnen und Patienten profitieren von einheitlichen therapeutischen Standards, vom hohen Niveau unserer Fort- und Weiterbildung sowie von den unkomplizierten Abstimmungsmöglichkeiten. Sollte sich ein Krankheitsbild beispielsweise zuspitzen, ist der stationäre Hintergrund sofort greifbar. Umgekehrt ermöglicht die Tagesklinik eine gestufte Rückkehr aus dem Krankenhaus in den Alltag“, zeigte Frau Dr. Möhlig einige Synergien auf, zu denen auch hochspezifische Angebote in den Fachabteilungen und Tagesklinken am Standort Bernburg gehören. „Wir arbeiten bestens zusammen und ergänzen uns gegenseitig.“
Aus Sicht von Jürgen Richter, Geschäftsführer der Salus Altmark Holding, ist die Mehrgenerationstagesklinik Köthen ein ausgezeichnetes Beispiel für die strategische Bedeutung dieses Versorgungssegments im Salus-Gesamtverbund: „Wir messen der gezielten Entwicklung tagesklinischer Angebote einen außerordentlich hohen Stellenwert bei“, machte er darauf aufmerksam, das die Salus gGmbH inzwischen an insgesamt acht Standorten in Sachsen-Anhalt mit Tagesklinken sowie dazugehörigen Institutsambulanzen vertreten ist. Die am 20. April 2026 vollzogene Grundsteinlegung für eine Familientagesklinik in Wittenberg, bei der das Salus-Fachklinikum Bernburg mit der Alexianer-Klinik Bosse kooperiert, sei ein Signal für den weiteren Ausbau. „Unser Ziel ist eine vernetzte Versorgung, die den Menschen ganzheitlich in seinem Lebensumfeld abholt und unterstützt. Indem wir diese Strukturen stärken, positionieren wir uns auch als verlässlicher Partner in der gemeindepsychiatrischen Arbeit.“
Grundsätzlich können in der Mehrgenerationentagesklinik Köthen alle psychischen Erkrankungen behandelt werden. Dazu gehören u.a. affektive Störungen wie Depressionen, Anpassungsstörungen, psychotische Erkrankungen und beginnende Demenzen. „In der Therapie kommt es darauf an, unseren Patientinnen und Patienten Einsichten für eine bessere Lebensbewältigung zu vermitteln und sie zu bestärken, entsprechende Fertigkeiten zu entwickeln“, zeigt Oberarzt Dr. Fabian Röske das Anliegen der durchschnittlich sechswöchigen Behandlung auf, die individuell auf die Problematik und die Behandlungsziele jedes Einzelnen zugeschnitten wird. „Neben den medikamentösen Möglichkeiten spielen die psychotherapeutischen Gruppen- und Einzelangebote eine zentrale Rolle.“ Die multiprofessionelle psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung umfasse neben den Gesprächstherapien u.a. auch Angebote für kreatives Gestalten, Entspannung, Bewegung sowie die Psychoedukation als Methode zur Förderung von Krankheitsverständnis und Selbsthilfevermögen. Eine tagesklinische Therapie könne zur Vermeidung oder Verkürzung eines stationären Krankenhausaufenthaltes verordnet werden, wenn ambulante Behandlungen nicht ausreichen. Einen großen Vorteil sieht der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie darin, dass die Beziehungen der Patientinnen und Patienten zum vertrauten sozialen Umfeld erhalten bleiben. Neu Erlerntes könne realitätsnah im Alltag erprobt und therapeutisch weiter bearbeitet werden. „Dass dieser Praxistransfer täglich stattfindet, macht den Ansatz so nachhaltig“, so Dr. Fabian Röske. „Wir behandeln hier mitten im Leben, soweit wie möglich auch unter Einbeziehung von Angehörigen oder anderen wichtigen Bezugspersonen.“
Die Tagesklinik und Institutsambulanz des Salus-Fachklinikums Bernburg wurde im Mai 2021 eröffnet. Sie gehört zur Fachabteilung für Allgemeine Psychiatrie und Psychotherapie Bernburg. Chefärztin ist Dr. Antje Möhlig, leitender Oberarzt Dr. Ralf Gröger. Tagsüber bietet die Einrichtung den stabilen therapeutischen Rahmen eines Krankenhauses, während die Patientinnen und Patienten die Nacht und das Wochenende in ihrer eigenen Wohnung bzw. bei ihrer Familie verbringen. Zum fachärztlich geleiteten Team der Tagesklinik Köthen gehören insgesamt elf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Fachkunde in den Bereichen Pflege, Psychologie, Psychotherapie, Sozialarbeit, Ergotherapie und Physiotherapie. Wie Befragungen im Rahmen des internen Qualitätsmanagements zeigen, gewinnen 92,3 Prozent der Patientinnen und Patienten von der Tagesklinik Köthen einen sehr guten Gesamteindruck, 96,0 Prozent der Befragten würden die Einrichtung aktiv weiterempfehlen (Quelle: Befragungsergebnisse März bis Dezember 2025 bei einer Rücklaufquote von 37,4 Prozent der Behandelten).
Besonders berührend sind oftmals die persönlichen Worte, die Patientinnen und Patienten im Freitext-Feld der Befragung hinterlassen, so zum Beispiel:
„Der Aufenthalt in der Tagesklinik in Köthen war meine Rettung. Nach ewigen Beschwerden, Problemen habe ich endlich wieder Ruhe und Beständigkeit erlebt. Ich habe enorm viel gelernt und über mich selbst erfahren. Es war die eindrücklichste Erfahrung in meinem bisherigen Leben. Hierfür bin ich jedem Einzelnen aus dem Team dankbar.“
„Ich bin sehr zufrieden. Das ganze Team war immer freundlich zu mir. Ich hab mich sehr wohl gefühlt. Ich bin sehr dankbar, dass ich hier aufgenommen wurde und mir wirklich geholfen wurde … Und zu wissen, falls es mir wieder schlecht gehen sollte, dass ich jederzeit wieder anrufen könnte Das beruhigt mich sehr und macht mir nun keine Angst mehr vor der Zukunft.“



