Fachklinikum Bernburg

Aktuelles

Intensiver Austausch über aktuelle Entwicklungen im DBT-Konzept sowie zur Bedeutung des Selbstmitgefühls im Arbeitsalltag

Das Vortragsprogramm des Bernburger DBT-Netzwerktreffens wurde von Dr. Antje Möhlig und Martin Krüger gestaltet.
Die inhaltlichen Schwerpunkte der Veranstaltung wurden in Workshops praxisbezogen vertieft.
Die Expertise des Salus-Fachklinikums Bernburg bei der DBT-Anwendung ist seit 2023 qualitätszertifiziert.
Impressionen vom 5. Bernburger DBT-Netzwerktreffen

Neue Erkenntnisse gewinnen, fachliche Diskussionen führen, institutionelle Kooperationen und persönliche Ressourcen stärken: Das diesjährige Bernburger DBT-Netzwerktreffen hat erneut seine Bedeutung bei der Anwendung der Dialektisch-Behavioralen Therapie in der regionalen Versorgungspraxis unter Beweis gestellt. Nahezu 100 Fachleute kamen trotz enormer Hitze am 24. Juni 2026 ins Salus-Fachklinikum Bernburg, um bei der nunmehr 5. Auflage des Treffens mit Vorträgen, Workshops und Diskussionen dabei zu sein. Zugleich wurde die Veranstaltung zur weiteren Vernetzung der regionalen Behandlungs-, Hilfs- und Beratungsangebote genutzt.

“Über die positive Resonanz haben wir uns sehr gefreut und fühlen uns bestätigt, dieses Forum für Weiterbildung und kollegialen Austausch aktiv weiter zu entwickeln”, resümierte die gastgebende Ärztliche Direktorin Dr. Antje Möhlig, die sich selbst mit dem Vortrag “Neues aus der DBT” ins Programm einbrachte. Sie stellte Schwerpunkte der DBT-Neumanualisierung vor, die die dynamische Weiterentwicklung des Konzepts in jüngster Zeit hervorgebracht hat, und ging u.a. auf die Integration des “Wise Mind”-Ansatzes ein. Dieses DBT-Modul zielt darauf, zwischen impulsiver Gefühlswelt und logisch-rationalem Denken eine ausgewogene innere Balance zu finden.  Im Blickfeld des Vortrages von Frau Dr. Möhlig standen weiterhin erweiterte DBT-Anwendungsmöglichkeiten über die Borderline-Therapie hinaus im Blickfeld, wie sie inzwischen u.a. bei komplexen Posttraumatischen Belastungsstörungen (kPTBS) genutzt werden. 

Über das Selbstmitgefühl im Arbeitsalltag

Ein weiterer Themenschwerpunkt der Veranstaltung war der Rolle des Selbstmitgefühls als Bestandteil professioneller Psychohygiene gewidmet.  Damit wurde berücksichtigt, dass der Arbeitsalltag von Pflegenden, Therapeut*innen, Ärzt*innen und anderen Helfenden von zahlreichen Belastungsfaktoren geprägt ist. Dazu gehören u.a. Zeitdruck, hohe Verantwortung bei begrenzten Einflussmöglichkeiten sowie die tägliche Konfrontation mit Leid. Diese Belastungen erhöhen das Risiko für Burnout und Mitgefühlsmüdigkeit. Wie Selbstmitgefühl dazu beitragen kann, dass Empathie nicht in Erschöpfung umschlägt, beleuchtete der Psychologe Martin Krüger in seinem Vortrag. Dabei ging er unter anderem auf das Mindful Self-Compassion Programm (MSC) ein und stellte Bezüge zu zentralen Prinzipien der DBT sowie zum Konzept des „Wise Mind“ her. Selbstmitgefühl bedeutet unter anderem, eigene Belastungen und Grenzen achtsam wahrzunehmen, Anspannung und Selbstkritik zu regulieren, um auch in herausfordernden Situationen verbunden, wirksam und handlungsfähig zu bleiben.

Praxisbezogene Workshops

Im Anschluss an die Vorträge des Bernburger Netzwerktreffens fanden vertiefende Workshops statt, die u.a. Raum für praxisbezogene Übungen zur Integration des Selbstmitgefühls in den Arbeitsalltag, zum Umgang mit gemischten Emotionen und zur Beziehungsgestaltung in der Therapie boten. Beim gemeinsamen Grillen gab es dann auch noch Gelegenheit für den lockeren kollegialen Austausch und die persönliche Kontaktpflege. Insgesamt trug das Treffen wie schon in den Vorjahren dazu bei, fachliche Weiterentwicklungen aktiv in die regionale Versorgung zu tragen und zugleich die Ressourcen der beteiligten Fachkräfte zu stärken - ein wertvoller Zugewinn für die nachhaltige Arbeit mit betroffenen Patientinnen und Patienten. 

DBT-Behandlung mit Gütesiegel

Die Expertise des Salus-Fachklinikums Bernburg bei der DBT-Anwendung ist seit 2023 qualitätszertifiziert. Das Gütesiegel wurde vom deutschen DBT-Dachverband auf Basis einer tiefgründigen fachlichen Prüfung verliehen. Dabei waren anspruchsvolle Kriterien zu erfüllen. Sie beziehen sich beispielsweise auf konzeptionelle Grundlagen, die Besetzung mit qualifiziertem Personal, Behandlungskapazitäten und Mindestfallzahlen. Um die Methode regional noch tiefer zu verankern, wird der Kontakt zu anderen Behandlern und psychosozial tätigen Institutionen u.a. im Rahmen der jährlichen DBT-Netzwerktreffen gepflegt. Die stationären, tagesklinischen und ambulanten DBT-Angebote im Salus-Fachklinikum Bernburg sind inzwischen nicht nur in der Versorgungsregion, sondern auch für Patientinnen und Patienten aus angrenzenden Bundesländern zu einem wichtigen Anlaufpunkt geworden. Bei der Dialektisch Behavioralen Therapie handelt sich dabei um ein wissenschaftlich fundiertes psychotherapeutisches Konzept zur Behandlung von Menschen, die von der Borderline-Störung betroffen sind. Das Verfahren kann auch bei anderen psychischen Erkrankungen eingesetzt werden, die mit starker emotionaler Instabilität einhergehen, in jüngster Zeit verstärkt bei der Behandlung von komplexen Posttraumatischen Belastungsstörungen (kPTBS).