Er stellte dem internationalen Fachpublikum das Lernformat „One-Minute-Wonder“ sowie das pflegepsychiatrische Vertiefungsjahr für Pflegefachpersonen vor. Beide Konzepte stießen auf großes Interesse und positive Resonanz. Im Kurzinterview berichtet Herr Butzmann von seinen Eindrücken und den wichtigsten Impulsen des Kongresses.
Was hat Sie besonders beeindruckt?
Besonders gefallen hat mir der internationale Austausch mit Kolleginnen und Kollegen. Der Kongress war sehr professionell organisiert und bot viele Möglichkeiten zur Vernetzung. Spannend war auch der Thomas-More-Campus, an dem zukünftige Pflegefachpersonen akademisch ausgebildet werden. Die Stadt Mechelen hat mich mit ihrer Fahrradkultur und den offenen, herzlichen Menschen beeindruckt.
Welche Impulse nehmen Sie mit?
Für mich hat sich gezeigt, dass Deutschland beim Thema Akademisierung der Pflege weiter vorankommen muss. Pflegefachpersonen leisten bereits heute hochkomplexe Arbeit. Deshalb braucht Pflege eine starke wissenschaftliche Fundierung und gute Entwicklungsmöglichkeiten. Auch umgekehrt ist es wichtig, dass die Forschung in die Praxis besser übersetzt wird. Evidenzbasierte Pflege darf nicht nur in Studien oder auf Fachkongressen stattfinden, sondern muss im Stationsalltag ankommen.
Sehr interessant war für mich außerdem der internationale Vergleich psychiatrischer Versorgungsstrukturen. Deutschland und Belgien verfügen weiterhin über viele stationäre Angebote. Gleichzeitig wird deutlich, wie wichtig Prävention, ambulante Versorgung und gemeindenahe Unterstützungsangebote sind, die in anderen Ländern bereits stärker fokussiert werden.
Wie wurden Ihre Beiträge aufgenommen?
Gerade der konkrete Praxisbezug meiner Beiträge kam bei dem eher wissenschaftlich geprägten Horatio-Kongress gut an und führte zu einem großen Interesse aus verschiedenen Ländern. Zum „One-Minute-Wonder“ gab es viele positive Rückmeldungen. Das Format wurde als gute Möglichkeit wahrgenommen, komplexe Inhalte, Studienergebnisse oder neue Erkenntnisse kompakt und alltagsnah zu vermitteln. Besonders interessant fanden viele, wie solche Lernimpulse sichtbar in den Stationsalltag integriert werden können.
Auch die Idee eines pflegepsychiatrischen Vertiefungsformats stieß auf großes Interesse. Die Rückmeldungen zeigten, dass psychiatrische Pflege vielerorts als eigenständiges und hochkomplexes Fachgebiet wahrgenommen wird, das zusätzliche Vertiefung und Begleitung benötigt.






