Der Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) ist die zentrale Plattform für Wissenschaft, Fortbildung und Austausch zu psychischen Erkrankungen und Versorgungsfragen. Die diesjährige Veranstaltung fand Ende November im CityCube Berlin statt und stand unter dem Leitthema „Der Mensch im Mittelpunkt: regionale, personenzentrierte Versorgung“. Unter den insgesamt rund 9.000 Teilnehmenden waren erneut Fachkräfte verschiedener Berufsgruppen aus dem Salus-Fachklinikum und dem Maßregelvollzug Bernburg vertreten. Sie nutzten die Tage in Berlin, um sich intensiv fortzubilden, fachlich auszutauschen und neue Impulse für die tägliche Arbeit mitzunehmen.
Das Programm umfasste ein breites Spektrum an Formaten mit insgesamt rund 550 Angeboten, darunter:
- Symposien und wissenschaftliche Fachvorträge zu aktuellen Entwicklungen der Psychiatrie und Psychotherapie;
- Workshops zu innovativen Konzepten aus Praxis, Forschung und Versorgung;
- Austausch mit Herstellern und Anbietern von Medizinprodukten und digitalen Lösungen – darunter u. a. transkranielle Magnetstimulation (TMS), Dokumentationssystem Orbis_U sowie pflegerische Analyse- und Dokumentationsinstrumente wie die Effiziente Pflegeanalyse;
- Filmvorstellungen und Gesprächsformate, die schwierige Themen auf neue Weise zugänglich machen.
Für die Kolleginnen und Kollegen unseres Hauses bot der Kongress zahlreiche Anregungen – fachlich, methodisch und persönlich. Neue Entwicklungen konnten direkt mit den beteiligten Fachleuten diskutiert werden, wobei klare Signale für eine personenzentrierte, regional verankerte Versorgung psychischer Erkrankungen gesetzt wurden. Viele Teilnehmende kehrten motiviert und mit neuen Ideen in den Berufsalltag zurück.
Ein besonderer Moment:
Unsere Kollegin Silvia Oelsner aus dem Maßregelvollzug Bernburg nutzte die Gelegenheit, sich mit der Pflegeexpertin Dr. Jacqueline Rixe (M. Sc.) auszutauschen, die auf dem Kongress den diesjährigen DGPPN‑Hauptpreis für Pflege‑ und Gesundheitsfachberufe erhielt. Im Gespräch ging es um zentrale Fragen der Zukunft psychiatrischer Pflege, die auch im Kontext von Einrichtungen wie dem Maßregelvollzug zunehmend von Themen wie Partizipation, Zwangsvermeidung und neuen Wege bei der personenzentrierten Versorgung geprägt sind. Zur Erläuterung: Dr. Rixes ausgezeichnete Arbeit trägt den Titel: „DER MENSCH IM MITTELPUNKT – Der Beitrag von Behandlungsvereinbarungen zur Verhinderung von Zwang und zur Förderung von Partizipation in der Psychiatrie“ (Evangelisches Klinikum Bethel Bielefeld & Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg). Die Würdigung unterstreicht die wachsende Anerkennung von wissenschaftlicher und praxisorientierter Arbeit in der psychiatrischen Pflege. Preise wie dieser fördern die Sichtbarkeit von Projekten, die Versorgungsformen verbessern, Entstigmatisierung vorantreiben oder evidenzbasierte Pflegeinterventionen implementieren.
Wir gratulieren an dieser Stelle nochmals herzlich und freuen uns, dass solche zukunftsweisenden Forschungsbeiträge eine immer größere Rolle in der psychiatrischen Versorgung spielen.
Marcus Butzmann, Fachkrankenpfleger für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie
Stabstelle Pflegentwicklung des Salus-Fachklinikums Bernburg


