Fachklinikum Bernburg

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Psychiatrie und Psychotherapie in ihrer ganzen Vielfalt: Drei Ärztinnen über ihren Berufsweg im Fachklinikum Bernburg

Oana-Maria Harai-Szabo, Dr. Antje Möhlig und Kathleen Gollnick (v.l.n.r.)
Warum die Salus-Einrichtung speziell für Medizinstudentinnen und junge Ärztinnen eine ausgezeichnete Adresse ist, wenn es um Weiterbildung und Karriere geht.

Krankenhäuser sind Frauenbetriebe, die von Männern geführt werden, belegt die bundesweite Statistik. Der Anteil der Chefärztinnen liegt nur bei 15 bis 20 Prozent, obwohl rund zwei Drittel der Weiterzubildenden im ärztlichen Dienst weiblich sind. Ganz anders die Situation im Salus-Fachklinikum Bernburg: Hier sind drei von insgesamt vier chefärztlichen Verantwortungsbereichen mit Frauen besetzt, auch im oberärztlichen Metier liegen sie mit mehr als 50 Prozent vorn. Die sinnbildliche „gläserne Decke“ gibt es hier nicht. Und mehr noch:  Die Salus-Einrichtung punktet zugleich mit flachen Hierarchien, wertschätzender Arbeitskultur, hervorragenden Weiterbildungsmöglichkeiten sowie der guten Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Obwohl das Fachklinikum mit 225 stationären Betten und 142 Tagesklinik-Plätzen von der Größe her überschaubar ist, deckt es die gesamte Bandbreite der Psychiatrie und Psychotherapie mit all ihren Spezialisierungen ab – von der Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie über die Allgemeine Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, Suchtmedizin und Gerontopsychiatrie und -psychotherapie im hohen Alter. Kurzum: Wer das Fachgebiet in all seinen Facetten kennenlernen möchte, findet hier ideale Bedingungen. Im nachfolgenden Interview berichten drei Medizinerinnen aus unterschiedlichen Perspektiven über ihren Berufsweg und ihre Arbeit. Und warum es sich speziell für Medizinstudentinnen und Assistenzärztinnen lohnen kann, hier „an Bord“ zu gehen. 

Dr. Antje Möhlig, Ärztliche Direktorin
Leitet das Salus-Fachklinikum Bernburg seit mehr als zehn Jahren und ist zugleich weiterhin klinisch tätig. Ihr ist besonders wichtig, dass Medizin, Teamarbeit und ein respektvoller Umgang im Mittelpunkt stehen. Die überschaubare Größe des Hauses sieht sie als Chance: Sie ermöglicht flache Hierarchien, direkte Kommunikation und Gestaltungsspielraum.

Kathleen Gollnick, Leitende Oberärztin in der Fachabteilung für Allgemeine Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik
Begann ihren Weg im Fachklinikum Bernburg mit einem Freiwilligen Sozialen Jahr. Nach einer Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin und dem Medizinstudium kehrte sie als Ärztin zurück und absolvierte erfolgreich die Weiterbildung als Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie. Inzwischen arbeitet sie als leitende Oberärztin in der Fachabteilung für Allgemeine Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik.

Oana-Maria Harai-Szabo, Fachärztin im MVZ der Salus-Praxis Bernburg
Ursprünglich aus Rumänien stammend, kam sie 2011 nach Deutschland und entdeckte während der Facharztausbildung ihre Leidenschaft für die Psychiatrie und Psychotherapie. Heute arbeitet sie ambulant als Fachärztin im Medizinischen Versorgungszentrum der Salus-Praxis und übernimmt außerdem gern Dienste in der Klinik. Besonders wichtig sind ihr Teamarbeit und die Nähe zu den Patientinnen und Patienten.

Drei unserer Ärztinnen im Video kennenlernen

Zum Interview

  • Was hat Sie motiviert, im Fachklinikum Bernburg zu arbeiten? Wie verlief Ihr Weg hierher?

    Dr. Antje Möhlig: Für mich spielte die Größe des Hauses eine wichtige Rolle, als ich 2015 aus Nordrhein-Westfalen nach Bernburg kam. Wir sind groß genug, um das gesamte Spektrum der psychiatrisch-psychotherapeutischen Versorgung abzudecken. Und zugleich so überschaubar, dass man sich untereinander gut kennt und die Wege kurz sind. Das verschafft Gestaltungsspielraum. Ich kann meine Aufgabe als ärztliche Direktorin mit klinischer Tätigkeit verbinden – diese Kombination finde ich extrem reizvoll. Das wäre in sehr großen Häusern, wie man sie in Westdeutschland antrifft, kaum möglich. Mit der Zeit habe ich außerdem gemerkt, dass gerade Fachkliniken abseits der hippen Metropolen große Chancen bieten: Hier können Ärztinnen früh Verantwortung übernehmen und eigene Ideen einbringen. Und wenn man in der Freizeit auf großstädtisches Flair nicht verzichten möchte, ist das ja kein Problem: Halle und Leipzig sind von Bernburg aus wirklich schnell erreichbar.  

    Kathleen Gollnick: Ich habe schon eine längere Verbindung zum Fachklinikum. Nach dem Abitur habe ich hier ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Kinder- und Jugendpsychiatrie gemacht, anschließend die Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin. Zwar wollte ich schon immer Medizin studieren, hatte damals aber Sorge, dass ich es vielleicht nicht schaffe. Und ich wollte auch herausfinden, ob mir der medizinische Bereich tatsächlich liegt. Im Nachhinein bin ich sehr froh über diesen Weg, denn die Pflegeausbildung war eine wertvolle Erfahrung. Ich sehe heute viel genauer, was dort jeden Tag geleistet wird. Das hat mich auch persönlich sehr geprägt. Nach meinem Medizinstudium und einem Praktischen Jahr in Aschersleben bin ich schließlich als Ärztin zurückgekehrt – und habe diese Entscheidung nie bereut.

    Oana-Maria Harai-Szabo: Ich komme ursprünglich aus Rumänien und bin 2011 nach Deutschland gezogen, wo mein Mann damals bereits gearbeitet hat. Zunächst war ich in der Neurologie tätig. Als nach zwei Jahren dann mein psychiatrisches Weiterbildungsjahr anstand, kam ich ins Fachklinikum. Hier habe ich schnell gemerkt, dass mir die Arbeit und vor allem die Nähe zu den Menschen in der Psychiatrie und Psychotherapie viel mehr Freude bereiten.Deshalb bin ich im Fachklinikum geblieben. Es gefällt mir dass ich als Fachärztin ambulant und stationär tätig sein kann – meine Dienste in der Klinik mache ich aufgrund der Action, die man da erlebt, gern. 

    Dr. Antje Möhlig: Noch ein Gedanke: Wir sind hier in einer kleinstädtischen, fast schon ländlichen Region. Anfangs habe ich das als Nachteil betrachtet – inzwischen sehe ich darin auch Chancen, gerade für Frauen. In den großen Städten und Kliniken ist ja der Wettbewerb um Status und Karriere oft sehr stark, häufig männlich dominiert. Bei uns dagegen bestehen Räume, in denen man wirklich gestalten kann. Hier freut man sich über Menschen, die Verantwortung übernehmen und etwas bewirken wollen. Natürlich haben wir auch mit Fachkräftemangel zu kämpfen. Aber selbst dadurch entstehen zugleich Möglichkeiten: Man muss flexibel sein, improvisieren und kreative Lösungen finden. Ich glaube tatsächlich, dass Frauen für solche Strukturen sehr gut geeignet sind, weil sie es gewohnt sind, verschiedene Rollen gleichzeitig auszufüllen.

     

  • Was macht das Fachgebiet Psychiatrie und Psychotherapie aus Ihrer Sicht besonders spannend?

    Kathleen Gollnick: Psychiatrie ist ein unglaublich vielfältiges Fach. Wir arbeiten mit Menschen aller Altersgruppen – von Kindern und Jugendlichen bis zu hochbetagten Patientinnen und Patienten. Dazu kommen unterschiedliche Spezialisierungen, etwa Suchtmedizin oder Gerontopsychiatrie. Das macht die Arbeit sehr abwechslungsreich.

    Dr. Antje Möhlig: Häufig wird unterschätzt, wie viel somatische Medizin in der Psychiatrie steckt, weil viele körperliche Erkrankungen psychische Symptome auslösen oder verstärken können. Gerade in der Differentialdiagnostik schauen wir sehr genau auf diese Zusammenhänge und arbeiten auf mehreren Ebenen. Wenn man so will, behandeln wir die Menschen weitgehend von Kopf bis Fuß. Auch dieses ganzheitliche Vorgehen macht unser Fach sehr interessant und geradezu einzigartig.     

    Oana-Maria Harai-Szabo: Ein weiterer Punkt ist, dass wir unsere Patientinnen und Patienten oft über längere Zeit begleiten. Da entsteht mehr Nähe und Verbindung als in vielen somatischen Fächern, wo zum Beispiel nach einer Operation höchstens noch ein Entlassungsgespräch kommt. In unserem Fachgebiet können wir viele Entwicklungen und Fortschritte über einen längeren Zeitraum miterleben – das bereitet Freude.

    Dr. Antje Möhlig: An dieser Stelle kann ich auch noch mal auf einen unserer Standort-Vorteile aufmerksam machen: Die Psychiatrie ist hier im Hinterland der Metropolen nicht so hektisch, dass wir un- oder anbehandelte Patienten in schlechten Zustand entlassen müssen. Wir haben noch etwas mehr Zeit als in einem großstädtischen Umfeld, wo man nachts vielleicht mit 15 Notaufnahmen zu tun bekommt und kaum die Chance hat, alle leitliniengerecht weiter zu behandeln. Das geht hier wesentlich besser. 

  • Wie haben Sie die Facharztausbildung im Haus erlebt?

    Kathleen Gollnick: Ich habe mich sehr gut begleitet gefühlt. Es gibt einen strukturierten Rotationsplan, der alle Bereiche der Weiterbildung abdeckt, aber nicht in Stein gemeißelt ist. Man kann Wünsche äußern und hat Mitgestaltungsmöglichkeiten, wenn man zum Beispiel mal länger auf einer Station bleiben möchte oder sich für einen bestimmten Bereich besonders interessiert.

    Oana-Maria Harai-Szabo: Auch für mich war besonders wertvoll, dass man wirklich alle Bereiche kennenlernt. Das erleichtert die Entscheidung, in welche Richtung man später gehen möchte. Und für die Facharztprüfung ist es natürlich extrem wichtig, möglichst viele Krankheitsbilder selbst gesehen zu haben.

    Dr. Antje Möhlig:  Ein großer Vorteil ist auch unsere externe Psychotherapieausbildung. Sie erfolgt über ein versiertes spezialisiertes Institut und die Klinik übernimmt die Kosten. Dadurch erhalten unsere Ärztinnen eine sehr strukturierte und fundierte Ausbildung. Das ist nicht selbstverständlich, sondern ein ostdeutsches Phänomen, was sich durchgesetzt hat und was wir auf keinen Fall aufgeben. Anderswo – das weiß ich von Kolleginnen aus anderen Bundesländern - hält der Chefarzt einmal pro Woche einen Vortrag - und das war es dann.  Die Qualität unserer fachärztlichen Weiterbildung ist sehr hoch, und darauf sind wir auch stolz.

    Kathleen Gollnick: Mir fällt noch ein Punkt zu den Diensten ein: Damit beginnt man bei uns als Assistenzärztin frühestens nach drei Monaten. Vorher rotieren wir kurz durch mehrere Bereiche. Dadurch weiß man besser, was einen im Dienst erwartet. Ich kenne Kolleginnen aus anderen Häusern, die schon nach zwei Wochen ins kalte Wasser springen und Dienste übernehmen mussten. Deshalb war ich für die gute Vorbereitung sehr dankbar. 

  • Wie lassen sich Arbeit und Privatleben vereinbaren?

    Oana-Maria Harai-Szabo: Ich habe zwei kleine Kinder, die während meiner fachärztlichen Weiterbildung geboren wurden. Ich habe volle Unterstützung bekommen und mich nie benachteiligt gefühlt. Als Familie haben wir uns in dieser Zeit sogar noch ein Haus gebaut.

    Kathleen Gollnick: Auch ohne Kinder weiß ich zu schätzen, dass die Arbeitszeiten gut planbar sind.  Ich schaffe es tatsächlich meistens, pünktlich nach Hause gehen kann. Es gibt ja durchaus Kliniken, wo Überstunden so selbstverständlich vorausgesetzt werden, das schon gar nicht mehr darüber gesprochen wird. Hier ist die Arbeitsbelastung nach meiner Erfahrung so organisiert, dass man auch Zeit für Privatleben, Hobbys und soziale Kontakte hat.

  • Wodurch ist die Führungs- und Arbeitskultur geprägt?

    Dr. Antje Möhlig: Mein Leitungsprinzip heißt Führung durch Beziehung. Mir ist wichtig, mit den Mitarbeitenden im Kontakt zu sein. Deshalb bin ich viel im Haus unterwegs, anstatt alle ins Büro zu bestellen. Wenn man über die Stationen geht, bekommt man ein viel besseres Gefühl dafür, wie es den Kolleginnen und Kollegen geht, was gerade anliegt.  Die Patienten und die Behandelnden stehen im Zentrum.

    Kathleen Gollnick: Dass ich mich von der Leitung als Fachärztin und als Mensch wahrgenommen fühlen kann. Es gibt jedes Jahr Mitarbeitergespräche an, wo man tatsächlich offen über alles sprechen kann, über Vorteile ebenso wie über Kritikpunkte. Man wird auch zwischendurch von Frau Dr. Möhlig – sei es auf Station oder im Vier-Augen-Gespräch – öfter gefragt, ob alles in Ordnung ist oder ob man etwas braucht. 

    Oana-Maria Harai-Szabo: Was ich hier besonders schätze, ist der respektvolle Umgang. Das Miteinander läuft gut, Teamarbeit und Patientenzentrierung werden gefördert. Die Atmosphäre ist kollegial und unterstützend. 

  • Fazit: Auf einen Blick

    Das Fachklinikum Bernburg verbindet fachliche Vielfalt mit persönlicher Atmosphäre. Wer Psychiatrie und Psychotherapie umfassend lernen und gleichzeitig in einem wertschätzenden Umfeld arbeiten möchte, findet hier hervorragende Bedingungen. Viele junge Ärztinnen entscheiden sich bewusst für das Haus, weil sie hier mehr als nur eine Ausbildungsstelle finden.

    Gestaltungsspielraum auf kurzen Wegen 
    Durch die überschaubare Größe des Hauses bleiben die Wege kurz. Entscheidungen werden schnell getroffen, die Hierarchien sind flach. Ärztinnen können früh Verantwortung übernehmen, eigene Ideen einbringen und aktiv an der Weiterentwicklung der Klinik mitwirken.

    Weiterbildung mit großer fachlicher Breite
    Die strukturierte Facharztausbildung führt durch verschiedene Bereiche der Klinik. Dadurch lernen Assistenzärztinnen die Psychiatrie und Psychotherapie in ihrer gesamten Bandbreite kennen. Ergänzt wird dies durch eine externe, von der Klinik finanzierte Psychotherapieausbildung.

    Teamarbeit auf Augenhöhe
    Ein respektvoller Umgang und eine enge Zusammenarbeit zwischen Ärztinnen, Pflege, Therapeutinnen und anderen Berufsgruppen prägen den Arbeitsalltag. Die Atmosphäre ist kollegial und unterstützend.

    Raum für individuelle Lebenswege
    Ob Familie, Hobbys oder andere persönliche Interessen – flexible Lösungen und planbare Arbeitszeiten helfen dabei, Beruf und Privatleben gut miteinander zu verbinden.

    Führung durch Beziehung
    Die Klinikleitung setzt bewusst auf Nähe zu den Teams und auf offene Kommunikation. Entscheidungen werden transparent getroffen und die Perspektiven der Mitarbeitenden einbezogen.

    Das Ergebnis:
    Viele Ärztinnen kommen wegen der guten Weiterbildungsmöglichkeiten zu uns – und bleiben wegen der Arbeitsatmosphäre, der Gestaltungsmöglichkeiten und der tollen Teamarbeit.

    Zur Karriereseite des Salus-Fachklinikums Bernburg kommen Sie hier.